Superbanner

Gräberfeld mit 51 Urnen bei Erdarbeiten für Biogasanlage entdeckt / „Beeindruckendes Ergebnis“

Statt Fundament Funde aus Zeit vor Christi

    • recommendbutton_count100
    • 0
    • 0

Oldenburg - OHE (ck) · Was gibt es Schöneres, als bei 40 Grad in sengender Sonne zwölf Stunden pro Schicht zu graben?

Falk Näth (M.) präsentierte Stefan Effenberger und Peter Nieslony (v.r.) eine zum Schutz eingegipste Urne. Bezirksarchäologin Jana Esther Fries, Stephanie Böker und Daniela Nordholz (v.r.) sind zufrieden.

Falk Näth (M.) präsentierte Stefan Effenberger und Peter Nieslony (v.r.) eine zum Schutz eingegipste Urne. Bezirksarchäologin Jana Esther Fries, Stephanie Böker und Daniela Nordholz (v.r.) sind zufrieden.

Für Falk Näth nichts: „Durch den heißen Sommer war der Boden pulverig, weich und ausgedörrt“, erinnerte sich der Archäologe der Grabungsfirma „denkmal3D“ an die zweieinhalb Wochen in Ohe, als er mit seinen Kollegen Schätze fand, die die Bezirksarchäologin Dr. Jana Fries und Peter Nieslony als Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises begeisterten.

51 Keramik-Urnen eines Gräberfelds aus der Zeit zwischen 800 und 300 vor Christi legten die Experten auf der knapp 4 200 Quadratmeter großen Fläche frei und gipsten sie noch vor dem Heben ein – zum sicheren Abtransport. Aus dem Sand gesiebte Knochenstücke, ein Armreif aus Bronze, Überreste von Verbrennungen und weitere Zeitzeugen gingen ebenfalls mit auf die Reise zur Untersuchung.

„Eine solche Entdeckung ist für den Landkreis außergewöhnlich“, urteilte Nieslony während der gestrigen Präsentation einiger Stücke – und das, obwohl es sich allein für die Gemeinde Dötlingen um die 409. Fundstelle handelt. Jana Esther Fries vom Oldenburger Stützpunkt des Landesamts für Denkmalpflege geht noch weiter: „So etwas hatten wir in den vergangenen 20 Jahren nicht. Das ist ein sehr beeindruckendes Ergebnis.“

Ebenfalls beeindruckt dürfte der Eigentümer der Fläche auf die Endabrechnung im fünfstelligen Bereich blicken – denn diese Grabungskosten bezahlt er. Doch der kooperative Landwirt arbeitete eng mit den Behörden zusammen, lobte Nieslony.

Die Erdarbeiten für die neue Biogasanlage des Ohers ruhten allerdings – seit dem 30. April, als der Radlader auf erste Urnen stieß. „Der Bauherr tat das, was er musste – und meldete es uns“, erinnerte sich Nieslony. Ein Kollege des Landesamts besah sich den ersten Fund. „Er bestätigte, was wir beim Blick in unsere Akten schon ahnten: Direkt neben an liegt ein bereits erfasstes Gräberfeld aus einer früheren Epoche“, schilderte Fries. Die nun entdeckte Bestattungsform kam in der Bronze- und Eisenzeit vor.

Näth beschrieb die Formen der teils gut erhaltenen Behältnisse als „alte Bekannte für diese Gegend“. Nicht umsonst trage das Kegelhalsgefäß bereits den Namen „Typ Dötlingen“. Zudem legten die Grabungstechniker Zylinderhalsgefäße und einen Halsdoppelkonus frei. Ebenso zum Vorschein kam eine Bandhenkelterrine. Zu den Inhalten können die Fachleute erst etwas sagen, wenn sie den schützenden Gips um die Urnen aufgesägt haben: „Dann erst kommen wir an die Überreste der Leichen heran“, verdeutliche Dr. Jana Esther Fries.

Von der zu den Gräbern gehörenden Siedlung fehlt jede Spur. Vermutlich liegt sie nur einen halben Kilometer weit weg. Dafür entdeckten Stephanie Böker und Daniela Nordholz von der ebenfalls beauftragten Grabungsfirma „ArchaeNord“ seit Anfang Mai auf dem nördlichen Teil des Grundstücks Reste eines Wegs, der nur sechs Meter parallel zu einem Wall verläuft und „dessen Herkunft wir uns nicht erklären können“, schilderte Stephanie Böker.

Weitere Funde gab es dort nicht, so dass die Verantwortlichen das Terrain nun wenigstens von zwei Seiten eingrenzen können: „Im Nordteil ist nichts mehr, im Westen liegt das schon bekannte Gräberfeld – aber gen Süden und Osten sind wir wohl noch längst nicht am Ende“, schätzt Nieslony. Doch Archäologin Fries sieht keinen Grund zur Eile: „Im schützenden Boden können solche Funde ruhig noch 500 Jahre länger liegen.“

zurück zur Übersicht: Landkreis Oldenburg

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...

Kommentare

Facebook 'Like Box' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

http://www.facebook.com/pages/Kreiszeitung-Syke/146798206489300truefalsefalse

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte OldenburgDoetlingenHarpstedtWildeshausengroße Karte

Lokalsport Wildeshausen

Harpstedter TB lässt sich kein Bein stellen – 2:0

Harpstedter TB lässt sich kein Bein stellen – 2:0

Wildeshausen - Von Lars KattnerCOLNRADE · Es ist die ewig junge Geschichte von David gegen Goliath, die Pokalspielen ihren ganz besonderen Reiz verleiht. Besonders dann, wenn der Underdog dem Favoriten ein Bein stellt. Diese Blöße gab sich der Fußball-Kreisligist Harpstedter TB am Mittwochabend allerdings nicht und besiegte den klassentieferen Gastgeber SC Colnrade im Kreispokalfinale mit 2:0 (1:0).Mehr...

Mit Offensive zum Titel

Mit Offensive zum Titel

Colnrade - Dirk Lenkeit bringt es auf den Punkt. „Es gibt nur ein Spiel. Wer da nicht vorbereitet ist, hat selber Schuld“, sagt der Trainer des SC Colnrade vor dem Fußball-Kreispokalendspiel gegen den Harpstedter TB. Anpfiff zum großen Showdown ist heute um 19 Uhr auf dem Sportplatz in Colnrade.Mehr...

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • 7 Tage
  • 30 Tage
  • Themen
Der Demonstrationszug zum Christopher Street Day beginnt in Oldenburg am 16. Juni um 12 Uhr an der Ecke Bahnhofstraße/Rosenstraße – Ziel ist der Schlossplatz, wo im Anschluss das Kulturfest startet.

Farbenfroher Umzug zum Christopher Street Day

Oldenburg - OLDENBURG · „Alles außergewöhnlich“ lautet das Motto des 18. Cristopher Street Days (CSD) Nordwest, der am Sonnabend, 16. Juni, Oldenburg wieder in bunter Vielfalt schillern lassen wird.Mehr...

Neugierig auf Stadt und Leute sind die 330 internationalen Gäste, die die Stadt Oldenburg am Himmelfahrtswochenende zum zweiten Internationalen Freundschaftstreffen erwartet.

Internationales Treffen der Freundschaft in Oldenburg

Oldenburg - OLDENBURG · Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Russland, Israel, Dänemark und Deutschland: In der Zeit vom 17. bis 20. Mai wird es bunt und international in Oldenburg. Denn am langen Himmelfahrtswochenende lädt die Stadt erneut zum Internationalen Freundschaftstreffen unter Beteiligung aller sieben Partnerstädte ein.Mehr...

Frank Eger wehrt sich gegen Behauptungen.

„Das ist an den Haaren herbeigezogen“

Landkreis - Von Jan SchmidtLandrat Frank Eger hat sich gestern zu den Korruptionsvorwürfen gegen seine Person geäußert. Bislang habe er noch keinen Einblick in die Akten der Staatsanwaltschaft erhalten. Ohne genau zu wissen, worum es geht, könne er konkrete Fragen nicht beantworten, sagte er. Dennoch nutzte Eger die Gelegenheit, um sich gegen Behauptungen zu wehren, die in den vergangenen Wochen öffentlich diskutiert worden waren.Mehr...

Kontakt

Redaktion Landkreis Oldenburg

Bahnhofstraße 13
27793 Wildeshausen
Telefon 04431 / 9891-141
Fax 04431 / 9891-149
redaktion.wildeshausen@kreiszeitung.de

Artikel lizenziert durch © kreiszeitung
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.kreiszeitung.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper